Projekt DS/HA/MTS
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Disease-Staging - Heuristische Textanalysen - Terminologieserver
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Ausgangssituation
Die Dokumentation von medizinischen Daten ist eine kosten- und zeitintensive Tätigkeit, daher werden routinemäßig nur geringfügig strukturierte Daten erhoben bzw. kodiert. Viele Teile der medizinischen Dokumentation bestehen trotz zahlreicher EDV-Entwicklungen immer noch aus Freitexten. Dies stellt die Aufgabe der Auswertung von medizinischen Daten und das Auffinden spezieller Informationsteile vor beträchtliche und zeitaufwendige Probleme.
Die Basis für strukturierte medizinische Dokumentation stellen medizinische Ordnungssysteme - Klassifikationen, Nomenklaturen und Thesauri - und vor allem auch neue Methoden der Analyse von Freitextformulierungen zur Kennzeichnung der im Text vorkommenden medizinischen Begriffe und ihre Beziehung untereinander dar. Für viele Bereiche der Medizin existieren bereits nationale und internationale Klassifikationen und Kataloge, wie beispielsweise für Diagnosen, Prozeduren oder Arzneimittel. Was jedoch fehlt, ist das Zusammenführen all dieser Begriffe in einer Datenbank und in ein Suchinstrumentarium, vor allem aber die Verlinkung dieser medizinischen Begrifflichkeiten untereinander zur schrittweisen Definition und Erweiterung von standardisierten medizinischen Beziehungsgeflechten.
Das Hauptziel des Projektes stellt daher die Konzipierung und Realisierung eines Terminologieservers dar, welcher sämtliche relevanten medizinischen Terminologien für unterschiedlichste Anwendungen zur Verfügung stellt. Neben dem Datenmodell und der Datenbank sind Basisanwendungen zur Wartung der Kataloge, zur Suche und zum Browsen der Datenbestände ebenfalls Projektbestandteile.
In der ersten Projektphase werden zunächst bei stationären und ambulanten Behandlungsfällen mit identen Haupt- und Nebendiagnosen und identen therapeutischen Behandlungsmaßnahmen (OP, konservative oder ambulante Behandlung), über Kostenrechnungsdaten (Summe der Kosten aller diagnostischen Leistungen, durchschnittliche Tageskosten für die Arzneitherapie) und der jeweiligen Aufenthalts- oder Behandlungsdauer, der Schweregrad der jeweiligen Erkrankung und die Angemessenheit des Ressourceneinsatzes einer Gesundheitseinrichtung ermittelt.
Weiters sollen nicht nur die ermittelten, sondern auch die individuellen Vergleichsdaten einzelner Behandlungsfälle über geeignete Medien dargestellt werden können, um das behandelnde ärztliche Personal jeweils mit der Effizienzbeurteilung seiner medizinischer Entscheidungen konfrontieren zu können.

Abb. Kardiologisches Begriffsnetz - RCA
In einem weiteren Projektabschnitt sollen durch Analyse eines elektronisch verfügbaren, medizinischen Textes aus dem Teilgebiet der kardiologischen Rhythmologie, durch eine semantische oder syntaktische Stichwortsuche in Textanalysen von Arztbriefen und in computergestützten Befundauswertungen das gesamte Netzwerk der Information dieses Detailgebietes dargestellt werden. Durch eine Filterung und damit verbundene Reduktion der Information soll die gesuchte Information eingeschränkt werden.
Teilziele des Projektes sind unter anderem:
► Konzeption und prototypische Implementierung des Datenmodells
► Suchen und Browsen von Katalogen zur Kodierunterstützung und Wartung einzelner Kataloge und Thesauri
► Mapping von Katalogen untereinander bzw. von Katalogeinträgen zu Metakatalogen
► Entwicklung einer Softwarelösung zur Beurteilung des Schweregrades einzelner Krankheitsfälle und zur
Darstellung eines Profiles der Schweregrade einer bestimmten Krankheitsgruppe
► Bewertung der Effizienz des Ressourceneinsatzes
► Unterstützung beim Einsatz von Behandlungsleitlinien
► Beurteilung der Notwendigkeit einer Behandlung
► Bewertung von Behandlungsergebnissen
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