Projekt health@net2

Aufbau und Evaluierung einer verteilten, institutionenübergreifenden Gesundheitsakte zur
Unterstützung der kooperativen Gesundheitsversorgung


 

Ausgangssituation

Zunehmende Spezialisierungen einzelner medizinischer Fachgebiete und eine durchschnittlich zunehmend älter werdende Gesamtbevölkerung mit immer mehr multi-morbiden Patienten erfordern eine stärkere Verzahnung und Kooperation der verschiedenen medizinischen Institutionen untereinander und der ambulanten und stationären Versorgung.

Zusätzlich erscheint eine Einbindung des Patienten sinnvoll. Dieser Aspekt der verteilten Gesundheitsversorgung wird von aktuellen Informationssystemen bei den medizinischen Institutionen nicht oder nicht ausreichend unterstützt, könnte aber zu einem Schlüsselfaktor für künftig weiterhin qualitativ hochwertige und zugleich finanzierbare Gesundheitssysteme werden.

 

Projektziele

In der ersten Projektphase (März 2002 - Februar 2006) entwickelte das Projektteam erfolgreich Strategien, Lösungen und Konzepte, mit dem Ziel der Qualitätssteigerung und Kostensenkung der kooperativen Gesundheitsversorgung durch trans-institutionelle bzw. trans-murale Vernetzung. Einerseits durch technische Integration der Kliniken und Krankenhäuser der Tiroler Landeskrankenanstalten in die bestehenden österreichischen Befundnetzwerke und durch die Schaffung einer web-basierten Lösung zur elektronischen Befundabfrage und zum Befundabruf, schlussendlich mit einem durchgängigen, realistischen Konzept zur Umsetzung der Vision einer elektronischen, institutionen-übergreifenden Gesundheitsakte (ELGA) für alle Bürgerinnen und Bürgern Tirol und über die Grenzen hinaus.

Dieses Konzept einer ELGA rückt die behandlungsrelevanten Informationen in den Mittelpunkt, und nimmt Rücksicht auf die Anforderungen der verschiedenen Akteure des Gesundheitswesens wie PatientInnen und ärztliches Personal, Pflege, Rettungsdienste, Versicherer, Apotheken oder wissenschaftliche Institutionen, denen - je nach Rolle in bestimmten Ausprägungen - Teilzugriffe auf diese Akte gewährt werden.

Die Daten selbst können beim jeweiligen Produzenten der Daten dezentral weiter verbleiben, jeder Produzent bestimmt, welche Teile einer Krankenakte für die institutionenübergreifende Gesundheitsakte freigegeben werden. Diese freigegebenen Inhalte können dann von den jeweiligen Personen bei entsprechender Berechtigung eingesehen werden. Zusätzlich können Zugriffsrechte gesperrt oder hinzugefügt werden. Im Rahmen eines Prototyps zur Simulation bzw. eines proof of concept werden usability und feasiability evaluiert.

Akteure des Gesundheitswesens

 

Technische Zielsetzung der zweiten Projektphase (März 2006 - Februar 2009) ist es, eine auf dem entwickelten Konzept aus Phase 1 aufbauende Informationssystem-Architektur zu schaffen, die dezentrale behandlungsrelevante Datenbestände zu einer einheitlichen, logischen Gesundheitsakte integriert, um darauf aufbauend moderne IT-Dienste für ein Gesundheitssystem der Zukunft bereitzustellen.

Im Einzelnen bedeutet dies:

den Aufbau einer produktiven IT-Infrastruktur, welche erforderliche technische Dienste zum Betrieb einer
dezentralen Gesundheitsakte zur Verfügung stellt

die Schaffung bidirektionaler, offener und standardisierter Schnittstellen (konform zu IHE, HL7 und CDA) zu 
existierenden Informationssystemen an Institutionen des Gesundheitswesens

die Entwicklung einer webbasierten Benutzerschnittstelle, über welche ein Zugriff auf die
Gesundheitsakte genommen werden kann

die Schaffung offener, standardisierter Schnittstellen zu verschiedenen, über den Aufbau des
health@net-Netzwerkes hinausgehenden Diensten (konform zu IHE, HL7 und CDA)

Projektpartner

>> UMIT - Private Universität für Gesundheitswissenschaften, Medizinische Informatik
>> Leopold-Franzens Universität
>> Medizinische Universität Innsbruck
>> TILAK - Tiroler Landeskrankenanstalten GmbH

Kontakt
CEMIT Center of Excellence in Medicine and IT
Projektleiter: Dr. Thomas Schabetsberger

Leopoldstrasse 1
A-6020 Innsbruck

Telefon +43 (0)512 576523 231
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Leopold-Franzens-Universität Innsbruck (LFU),
Institut für Informatik

Ansprechpartnerin: Univ.-Prof. Dr. Ruth Breu

Technikerstraße 21a
A-6020 Innsbruck

Telefon +43 (0)512 507 6114
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Medizinische Universität Innsbruck (I-MED),
Department für Medizinische Statistik, Informatik
und Gesundheitsökonomie

Ansprechpartner: Dr. Georg Göbel

Schöpfstraße 41
A-6020 Innsbruck

Telefon +43 (0)512 507 3211
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Tiroler Landeskrankenanstalten (TILAK)
Abteilung für Informationsmanagement

Ansprechpartner: Dr. Immanuel Wilhelmy

Anichstrasse 35
A-6020 Innsbruck

Telefon +43 (0)512 504-0
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