Projekt 01 ICELL

Inselzellen / Diabetes-Therapie ICELL

Wird Diabetes heilbar? Etwa 40.000 junge Menschen leiden in Österreich an insulinabhängigem Diabetes. Die neuartige Transplantation von Inselzellen kann in ausgewählten Fällen die Regulation des Zuckerhaushaltes verbessern.


Stand der Technik

Die Inselzelltransplantation ist eine noch weitgehend experimentelle Methode zur Behandlung des Typ I Diabetes. Auch bei Patienten nach der chirurgischen Entfernung der Bauchspeicheldrüse durch eine chronische Entzündung kann diese Methode angewandt werden. Während die autologe (körpereigene Inselzellen) Transplantation sehr erfolgreich verläuft, so kann bei der allogenen (körperfremde Zellen) Transplantation in nur 10% der Fälle eine ausreichende Langzeitfunktion erreicht werden. Die Probleme der Therapie liegen in der begrenzten Verfügbarkeit von Spenderorganen, und somit von Inselzellen. Die Vermehrung der Zellen im Labor oder die Neubildung aus regenerationsfähigen Stammzellen wäre die Lösung. Ein weiters Problem ist die Immunogenität (Induktion von Abstoßreaktionen) der Zellen. Der Patient muss derzeit zeitlebens immunsuppressive Medikamente zu sich nehmen.

 

Ziel

Ziel dieses Projektes ist die Weiterentwicklung der Inselzelltherapie. Wir untersuchen Kulturverfahren zur Vermehrung der Inselzellen bzw. deren Vorläuferzellen. Weiters sollen mit molekularbiologischen Methoden Gene für Wachstumsfaktoren identifiziert werden um das unbegrenzte Wachstumspotential fetaler Zellen für die Vermehrung der Zellen nutzen zu können. Ein weiterer Schwerpunkt versucht die hohe Immunogenität der Zellen zu reduzieren, um Abstoßungsreaktionen zu vermeiden.

 

Ergebnisse der Phase I

In der ersten Projektphase konnte ein Protein identifiziert werden, das in einem Subtyp von Beta-Zellen der Bauspeicheldrüse vorkommt und mit der Insulinproduktion in Zusammenhang zu stehen scheint.

Lösung

Zurzeit gib es noch kein Verfahren, Inselzellen in vitro zu vermehren. Mit Hilfe eines selbst entwickelten Bioreaktors wird versucht, die Zellen durch neuartige Rotationskulturbedingungen zur Teilung anzuregen. Der Parallelansatz dazu liegt in der Definition von vermehrungsfähigen Vorläuferzellen und deren Reifung zu Inselzellen. Weiters wird an der Toleranzinduktion für eine Langzeitakzeptanz der allogenen Inselzellen gearbeitet, um die Probleme der Abstoßung zu lösen.

Bedeutung für den Patienten:

  • Alternative zu einer kompletten Spender-Bauchspeicheldrüse
  • Behandlung mehrerer Patienten mit einem Spenderorgan
  • höhere Heilungschancen mit dieser Therapie, d.h. Insulinfreiheit
  • kleiner Eingriff (minimal invasiv)
  • keine schweren chirurgischen Komplikationen
  • keine schwerwiegenden Diabetes-Folgeerkrankungen
  • hohe Lebensqualität

Bedeutung für die Wirtschaft:

  • geringere Kosten für Sozialversicherung
  • Gesundheit mit Integration in den Arbeitsprozess

     



Publikationen:


- Hermann M, Pirkebner D, Draxl A, Margreiter R, Hengster P.
"Real-time" assessment of human islet preparations with confocal live cell imaging.
Transplant Proc. 2005 Oct;37(8):3409-11.

- Hermann M, Pirkebner D, Draxl A, Margreiter R, Hengster P.
In the search of potential human islet stem cells: is tetranectin showing us the way?
Transplant Proc. 2005 Mar;37(2):1322-5.

- Hengster P, Hermann M, Pirkebner D, Draxl A, Margreiter R. Islet isolation and
GMP, ISO 9001:2000: what do we need--a 3-year experience. Transplant Proc.
2005; 37: 3407-8.

- Hermann M, Margreiter R, Hengster P. Molecular and cellular key players in human
islet transplantation. J Cell Mol Med. 2007; 11: 398-415.

- Hermann M, Pirkebner D, Draxl A, Berger P, Untergasser G, Margreiter R,
Hengster P. Dickkopf-3 is expressed in a subset of adult human pancreatic beta
cells. Histochem Cell Biol. 2007; 127: 513-21.

- Wurm M, Lubei V, Caronna M, Hermann M, Margreiter R, Hengster P. Development of a novel perfused rotary cell culture system. Tissue Eng. 2007 Nov;13(11):2761-8.

 


Kontakt:
KMT Labor
Innrain 66
6020 Innsbruck

Projektleitung: Univ.-Prof. Dr. Paul Hengster
Ansprechpartner: Dr. Martin Hermann
Tel.: +43 (0)50504 24628 oder 27759
Fax: +43 (0)50504 / 2675526
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